Fliegen bei Gewitter, Turbulenzen und Co.

Fliegen bei einem Gewitter ist sicherlich ein besonderer Nervenkitzel. Heftiger Regen, starke Windböen, Hagel sowie Blitz und Donner können Passagiere durchaus in Angst und Schrecken versetzen. Aber ist diese Angst begründet?
Ist es tatsächlich besonders gefährlich bei einem Unwetter in der Luft unterwegs zu sein, oder funktioniert auch ein Flugzeug nach dem Prinzip des Faraday'schen Käfigs? Wir haben uns diesbezüglich schlau gemacht.

Was passiert, wenn ein Flugzeug vom Blitz getroffen wird?

Dass eine Maschine beim Flug durch eine Gewitterwolke wirklich von einem oder mehreren Blitzen getroffen wird, ist nicht so selten. Gemäß mehreren Statistiken ist das bei jedem Verkehrsflieger durchschnittlich mindestens einmal jährlich der Fall. Meist jedoch ohne Folgen. Denn - selbst wenn ein Blitzeinschlag in der Luft geschieht, gibt es meist keinen Grund zur Panik. Trifft ein Blitz auf ein Flugzeug, ist in der Regel ein leichter Schlag oder ein geringes Wackeln zu spüren. Dazu kommt manchmal helles Licht unmittelbar gefolgt von lautem Donner. Klingt alles viel schlimmer als es ist, denn ein Blitzschlag kann nicht ins Innere der Maschine vordringen. Grund dafür ist, dass ein Flugzeug von Metall ummantelt ist. Die elektrische Spannung entlädt sich auf der Außenfläche, was dazu führt, dass es keine Auswirkungen auf die Kabine und deren Insassen gibt. Das Überbleibsel eines Blitzeinschlages ist meist nur als kleiner Punkt auf der Außenhülle zu erkennen.

Das Prinzip des Faraday'schen Käfigs

Ein Flugzeug unterliegt somit den gleichen physikalischen Gesetzen wie ein Auto. Sein Rumpf wirkt als „Faraday'scher Käfig". Das bedeutet, dass der Strom eines Blitzeinschlages um das Innere des Flugzeugs herumgeleitet wird. Danach verlässt er die Rumpfstruktur wieder. Für die Insassen birgt ein Blitzschlag somit keine Gefahr. Die Maschine kann in der Regel ihren Flug problemlos fortsetzen. Sie wird jedoch nach der Landung besonders sorgfältig überprüft. Kommt eine von Blitz getroffene Maschine in den Wartungshangar, gibt es genau definierte Überprüfungsmaßnahmen. Diese werden streng nach dem Wartungshandbuch des Flugzeugherstellers durchgeführt.

Ist fliegen bei einem Gewitter also völlig ungefährlich?

Dennoch wäre es untertrieben, zu sagen, dass Gewitter keinerlei Bedrohung für den Flugverkehr darstellen. Gefährlich wird es in der Luft besonders dann, wenn Blitze direkt in die Antenne einschlagen. Denn diese kann schmelzen. Gefahren gehen natürlich auch von Sturmböen (die mehr als 100 km/h erreichen können und somit ein Flugzeug gehörig durchschütteln) und Hagel aus. Wie gefährlich der gefrorene Niederschlag in der Luft ist, hängt natürlich von dessen Größe ab. Besonders große Hagelkörner können auch in der Luft vermeintlich „steinharte Windschutzscheiben“ stark beschädigen. Eher für Piloten als für die Passagiere unangenehm sind Nebel und dichte Wolken. Es verfügen mittlerweile zwar alle Maschinen über technische Einrichtungen, die sogar „Blindflüge“ ermöglichen, ein Minimum an Sichtweite sollte jedoch immer gegeben sein.

Turbulenzen

Bekannt - auch von Flügen, bei denen scheinbar prächtiges Wetter herrscht - sind die sogenannten Turbulenzen. Dabei handelt es sich um Auf- bzw. Abwinde, die einen Wechsel der Flughöhe oder sogar eine Umkehr notwendig machen können. Bei Gewittern ist immer mit Turbulenzen zu rechnen. Aber auch am scheinbar blauen Himmel können „Clear air“-Windstöße unangenehmen spürbar sein. Meist lassen sich diese heftigen Winde jedoch vorhersagen. Der Pilot kann die Passagiere somit rechtzeitig vorwarnen und das Anschnallzeichen aktivieren. In diesem Fall heißt es Platz nehmen und den Sicherheitsgurt ordnungsgemäß anlegen. Unangenehm für Passagiere mit schwachen Nerven und Mägen sind auch die sogenannten „Luftlöcher“, bei denen die Maschine – meist nur für wenige Sekunden, manchmal jedoch auch für bis zu einer Minute - plötzlich absackt. In der Regel ist der Pilot eines Flugzeuges vorab aber auch über diese Windverhältnisse gut informiert. Um unangenehme Folgen zu vermeiden, werden Gebiete, in denen mit heftigen Windstößen und starken Turbulenzen zu rechnen ist, generell weiträumig umflogen.

Flugzeugabsturz wegen einem Gewitter

Auch wenn im besser werdende Flugzeugtechnik und hervorragende Wetterdienste die Gefahren von Flugzeugunglücken aufgrund eines Gewitters verringern, gab es in der Geschichte der Luftfahrt schon einige Abstürze als Folge eines Unwetters. Ursachen waren dabei in erster Linie die gefährlichen Windverhältnisse.

  • Am 02.08.1985 kam ein Lockheed L-1011 der amerikanischen Airline Delta Air Lines beim Anflug auf den Flughafen Dallas zum Absturz. Die Maschine war zuvor in Fort Lauderdale (Florida) gestartet, sollte in Dallas zwischenlanden und dann weiter nach Los Angeles fliegen. Bei dieser Tragödie kamen insgesamt 135 Menschen ums Leben. Es handelte sich dabei um einen der wenigen Abstürze der kommerziellen Luftfahrt, bei dem als Unfallursache nachweislich ein Unwetter mit schwerer Fallbö sowie Windstößen vorlag.
  • Am 22.08.2006 stürzte eine Tupolew-154 der russischen Gesellschaft Pulkovo über der Ukraine als Folge eines schweren Gewitters ab. 170 Menschen wurden dabei getötet. Aus Sicht der Behörden war die Ursache für den Absturz mit einem Blitzeinschlag zu begründen.
  • Anfang August 2018 stürzte im Bundesstaat Durango (Mexiko) eine Passagiermaschine unmittelbar nach dem Start auf einem Feld ab. Wie durch ein Wunder überlebten alle Insassen. Als Grund für den Absturz wurden die Auswirkungen einer Gewitterfront vermutet. Gab es doch unmittelbar vor dem Unglück eine Wetterwarnung, in der Sturm und schwerer Hagel angekündigt wurden. Kurz nachdem der Passagierflieger die Rollbahn verlassen hatte, wurde er gemäß Zeugenaussagen, von einem heftigen Windstoß erfasst und wieder nach unten gedrückt. Zur offiziellen Unfallursache im mexikanischen Durango wollte der Gouverneur José Aispuro jedoch keine Angaben machen.

Entschädigungszahlungen wegen Unwetter

Wird ein Flugzeug von einem Blitz getroffen und muss danach entsprechend gründlich überprüft werden, kann es natürlich zu zeitlichen Verzögerungen beim Weiterflug kommen. In der Regel haftet die Airline in einem solchen Fall nicht für die entstandene Flugverspätung. Handelt es sich doch dabei um einen außergewöhnlichen Umstand, der für die Airline nicht vorhersehbar war. Dennoch lohnt es sich, auch bei einer solchen Begründung Hilfe von professionellen Entschädigungsspezialisten wie z.B. Euroflyrefund (www.euroflyrefund.com) einzuholen. Sind doch Unwetter und deren Folgen beliebte Ausreden, mit denen sich so manche Fluggesellschaft vor Entschädigungszahlungen drücken möchte. Die Spezialisten in Sachen Fluggastrechte wissen allerdings über die Wetterverhältnisse in der Luft Bescheid. Sie können also genau abschätzen, ob es sich nur um eine lahme Ausrede handelt oder ob wirklich eine begründete Verspätung vorliegt.

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