Betrunken im Flugzeug – welche Konsequenzen drohen?

Die Wartezeit nach dem Check-In dauert länger als gedacht und die Restaurants und Shops in der Abflughalle locken mit fruchtigen Cocktails oder edlen Weinen. Ein Gläschen – oder mehr - zum Urlaubsantritt, der Einstimmung auf die Ferien oder zur Beseitigung eventuell bestehender Flugängste ist da besonders verlockend. Startet der Flieger womöglich noch mit Verspätung, bleibt noch mehr Zeit, sich auf das bevorstehende Ereignis einzustimmen. Die Gefahr für ein ungeplantes Glas zu viel ist also durchaus gegeben. Aber Achtung! Bei alkoholisierten Passagieren an Bord verstehen der Kapitän und die Crew keinen Spaß. Das Luftfahrtsrecht steht dabei hinter ihnen. Welche Konsequenzen es haben kann, betrunken im Flugzeug Platz zu nehmen, erfährst du hier.

Die rechtlichen Bestimmungen

Grundsätzlich hat man als Passagier im Flugzeug den Anordnungen des Bord-Personals Folge zu leisten. Für deutsche Luftfahrzeuge gelten vor allem die Bestimmungen des § 12 des Luftsicherheitsgesetzes (LuftSiG). Diese besagen, dass derjenige, der sich nicht an die Anordnungen des Piloten oder seiner Besatzung hält, oder mit Gewalt bzw. durch Androhung von Gewalt Widerstand leistet, mit Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren oder mit empfindlichen Geldstrafen belangt werden kann (§20 Abs.2 LuftSiG).

Der Pilot hat also eine luftpolizeiliche Hoheitsgewalt, die er ausübt, um:

  • die Sicherheit des Flugzeuges und der darin befindlichen Personen bzw. Sachen zu gewährleisten
  • die Ordnung an Bord des Flugzeuges sicherzustellen

Da die Sicherheit und die Ordnung im Passagierraum gesetzesgemäß oberste Priorität haben, können der Pilot und seine Crew natürlich auch betrunkenen Passagieren den Zutritt in die Maschine und damit den Antritt des Fluges verweigern (Beförderungsverweigerungsrecht). Dies gilt auch dann, wenn der Passagier in Besitz eines gültigen Tickets ist. Zudem hat die Crew an Bord das Recht, angetrunkenen Passagieren alkoholische Getränke abzunehmen.

Interessant ist auch die Beweislastumkehr, wenn ein Fluggast im Nachhinein bestreitet alkoholisiert gewesen zu sein. Leugnen alleine hilft hier nicht – der Passagier muss seine Aussage beweisen können.

Wer kommt für anfallende Kosten auf?

Wird einem Passagier der Flug wegen Alkoholisierung untersagt, muss er die Kosten für den Ersatzflug selbst zahlen. Ein alkoholisierter Zustand befreit die Fluglinie von jeglichen Ersatzzahlungen. Logischer Grund - es liegt im eigenen Verschulden des Passagiers und nicht an schuldhaftem Verhalten der Airline, wenn sich dieser vorab sinnlos betrinkt.

Alkoholisierten Gäste, die die erste Hürde - den Check-In - gemeistert haben und dann im Flugzeug verhaltensauffällig werden, droht im Fall einer durch sie notwendig gewordenen Zwischenlandung deutlich größerer Ärger als nur der Kauf eines neuen Tickets. Es kann sein, dass der Verursacher der unplanmäßigen Zwischenlandung für die (meist beträchtlich) hohen Folgekosten aufkommen muss. Wird die Polizei hinzugeschaltet, sind auch Gefängnisstrafen möglich.

Alkohol im Flugzeug – auch bei Promis kein Kavaliersdelikt

Dass betrunkene Gäste – auch mit hohem Promi-Status - nicht damit rechnen können, trotzdem an Bord bleiben zu dürfen, hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt. So wurde unter anderem Super-Model Kate Moss aus einem Billigflieger geworfen, weil sie sich in alkoholisiertem Zustand aggressiv gezeigt hatte.

Auch Ben Teewag, der Sohn der Schauspielerin Uschi Glas, durfte einmal beim Umsteigen nicht mehr in die Anschlussmaschine, da er stark alkoholisiert war.

Man sieht also – die Sicherheitsvorkehrungen in Sachen Alkohol an Bord treffen Promis ebenso, wie den Ottonormalverbraucher. Dieser findet sich danach nur nicht so schnell in den Schlagzeilen und Klatschmagazinen wieder.

Manchmal hat aber auch die Crew zu viel intus

Was Passagiere sicher nicht gerne hören wollen, ist, dass es auch unter den Piloten und Flugbegleitern mitunter „schwarze Schafe“ gibt, die gerne einen über den Durst trinken. Beispiele aus jüngster Vergangenheit gibt es einige:

  • 2017 wurde in Calgary ein betrunkener, bewusstloser Pilot im Cockpit von der Polizei in Gewahrsam genommen
  • 2016 berichtete www.stern.de von zwei betrunkenen Piloten und zwei betrunkenen Stewardessen, die einen Flug nach Kreta durchführen wollten
  • In diesem Jahr wollte gemäß der Zeitung „Sun“ ein alkoholisierter Pilot einen Dienstflug nach Mauritius antreten

Fazit: Auch wenn solche Geschichten potentielle Angstmacher sind - sie haben eher Seltenheitswert. Sie sollten dich auch nicht dazu veranlassen, aufkeimende Flugangst mit Alkohol zu ertränken – denn sonst kommst du vermutlich gar nicht in die gebuchte Maschine.

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