Schwerster Flugunfall in Deutschland

Die tragischsten Unfälle auf dem heutigen Gebiet Deutschlands

Am 14. August 1972 ereignete sich das folgenschwerste Flugunglück auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands, als eine Iljuschin Il-62 der Fluggesellschaft Interflug bei Königs Wusterhausen, damals im Gebiet der DDR gelegen, abstürzte, wobei alle 156 Menschen an Bord ums Leben kamen. Der Absturz war der erste und schwerste Unfall mit Todesfolge der DDR-Fluggesellschaft Interflug und der folgenschwerste Flugunfall in Deutschland überhaupt. Auf dem Gebiet des wiedervereinigten Deutschlands kam es 2002 in Überlingen zu einer folgenschwerten Kollision zweier Flugzeuge.

Ablauf und Chronologie des Absturzes von Interflug 450

Die Maschine startete vom Flughafen Berlin-Schönefeld mit Ziel Bulgarien. Etwa 100 Kilometer von Berlin entfernt, begannen Probleme mit der Trimmung des Höhenleitwerks, gefolgt von einem Brand im Heck, der zur vollständigen Trennung des Heckteils führte und in einen unkontrollierten Absturz mündete. Der Absturz des Fluges Interflug 450/742 wurde hauptsächlich durch ein Leck in den Heißluftleitungen im nicht einsehbaren Heckteil verursacht, welches zu einem Kurzschluss und einem intensiven Brand führte. Der Brand breitete sich schnell aus, da im Heck Enteisungsflüssigkeit gelagert war, schwächte folglich die strukturelle Integrität des Hecks und des Leitwerks, was letztlich zum Verlust der Stabilität und Steuerbarkeit des Flugzeugs führte und den Absturz zur Folge hatte. Aufgrund fehlender Brandmelder im Heck und mangels Sicht von der Kabine aus bemerkte die Besatzung den Brand nicht.

Ursache des Unglücks von Interflug 450

In einem versteckten Raum außerhalb der Druckkabine in der IL-62 entstand ein Leck in Heißluftleitungen, die von den Triebwerken zur Klimaanlage führen. Dieses Leck verursachte Schäden an der Isolierung elektrischer Kabel, was zu einem Kurzschluss und der Entzündung von Magnesiumlegierungen durch einen Lichtbogen führte. Der daraus resultierende Funkenflug löste einen Brand im Frachtbereich aus, verschlimmert durch leicht entzündliches Enteisungsmittel. Die Besatzung bemerkte den Brand nicht, da keine Brandmelder oder Sichtverbindung zum Heck vorhanden waren. Der Brand führte zum Verlust der strukturellen Stabilität des Hecks und zum Absturz der Maschine.

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Die Folgen des Absturzes für die Luftfahrt der DDR

Die DDR-Luftfahrtinspektion, Kriminalpolizei und das MfS untersuchten den Unfall der Il-62 gründlich, wobei deren Akten heute noch im Bundesarchiv erhalten sind. Während der Untersuchung wurde ein Flugverbot für die Il-62 verhängt. Die Kommission fand heraus, dass undichte Heißluftkanäle im Heck den Absturz ausgelöst hatten, ein Ergebnis, das auf einen Konstruktionsfehler hinwies, den der Hersteller jedoch nie bestätigte. Als Reaktion darauf wurden am Flugzeugtyp Veränderungen vorgenommen, einschließlich zusätzlicher Brandmelder, Löscheinrichtungen und eines Sichtfensters zum Heck. Zudem wurden regelmäßige Klimakontrollen eingeführt, und es traten keine weiteren ähnlichen Probleme auf.

Sicherheit Iljuschin Il-62

Die Iljuschin Il-62 war das erste sowjetische Langstrecken-Verkehrsflugzeug mit Strahltriebwerken und Nachfolger der Tupolew Tu-114. Der Erstflug erfolgte 1963, und ab 1967 war sie im Betrieb, wobei eine verbesserte Version, die Il-62M, 1971 eingeführt wurde. Sie ist ein Ganzmetall-Tiefdecker mit einem ovalen Rumpfquerschnitt, Druckkabine, vier Hecktriebwerken und einem T-förmigen Leitwerk. Die Maschine war mit umfangreicher Navigationsausrüstung ausgestattet und wurde bis 1999 produziert, mit insgesamt 292 gebauten Einheiten.

Das war die DDR Fluglinie Interflug

Interflug war die staatliche Fluggesellschaft der DDR, gegründet 1958 als Reaktion auf Namensrechtsstreitigkeiten mit der westdeutschen Lufthansa. Sie diente als Dachorganisation für sämtliche kommerzielle Luftfahrtaktivitäten des Staates und wurde 1991 nach der deutschen Wiedervereinigung aufgelöst. In den 1980ern führten steigende Ölpreise und Lärmschutzauflagen in westeuropäischen Ländern zu einer Unternehmenskrise. 1989 führte Airbus die A310 die Flotte ein, was einen modernen und wirtschaftlicheren Flugbetrieb ermöglichte. Trotzdem endete der Betrieb 1991 mit erheblichen Verlusten, und ein Großteil der Belegschaft sowie einige Flugzeuge wurden übernommen oder weiterverkauft.

Schwerstes Unglück auf dem Gebiet der BRD

Nach der Wiedervereinigung mit der DRR kann man das schlimmste Unglück auf dem damaligen Gebiet der BRD die Flugzeugkollision von Überlingen bezeichnen. Die Kollision ereignete sich am 1. Juli 2002 zwischen einer Tupolew Tu-154M der Bashkirian Airlines am Weg von Moskau nach Barcelona und einem DHL-Frachtflug einer Boeing 757-200. Alle 71 Insassen, darunter Großteils Kinder, kamen dabei tragisch ums Leben, was es zum schwersten Flugunfall im heutigen Deutschland macht. Die Besatzungen beider Flugzeuge folgten widersprüchlichen Anweisungen von ihren Kollisionswarnsystemen (TCAS) und dem Fluglotsen, was letztlich zur Kollision führte. Menschliche Fehler, unter anderem eine unzureichende Besetzung der Flugsicherung und technische Einschränkungen, trugen zum Unfall bei. Es kam, wie durch ein Wunder, zu keinerlei größeren Sachschäden am Boden. Alle Trümmer landeten kilometerweit verstreit auf Wiesen, Feldern und in Gärten. Das Unglück zog zahlreiche Diskussionen hinsichtlich Flugsicherheit nach sich und es wurden folglich verschiedene Flugsicherungssysteme überarbeitet und geändert.

Boeing 757 Boeing 757

Wie häufig sind Flugzeugabstürze in Deutschland?

Flugunfälle oder Abstürze in Deutschland sind sehr selten, vor allem im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln wie Autos, Bussen oder Zügen. Die zivile Luftfahrt unterliegt strengen Sicherheitsvorschriften und Überwachungen, was zu einer äußerst niedrigen Unfallrate führt. Statistisch gesehen ist das Fliegen eine der sichersten Reisemethoden. Die genaue Häufigkeit von Flugunfällen kann natürlich variieren, abhängig von der Definition eines "Unfalls" und dem betrachteten Zeitraum. Im allgemeinen Sprachgebrauch sind bei Unfällen meist Abstürze mit Todesfolge gemeint. Die meisten Vorfälle, die sich ereignen, sind jedoch kleinere Zwischenfälle ohne schwere Verletzungen oder Todesfälle. Schwere Unfälle, wie der von 1972 oder 2002, sind äußerst selten und stellen die Ausnahme dar. Die Luftfahrtindustrie hat aus den Vorfällen gelernt und wichtige Verbesserungen in der Sicherheit vorgenommen. Jeder Unfall wird gründlich untersucht, um die Ursachen zu verstehen und zukünftige Sicherheitsstandards zu verbessern. Dadurch wird das Fliegen mit der Zeit immer sicherer und daher liegen die schweren Unglücke auch schon mehr als 20 Jahre zurück.

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