Impfungen auf Reisen - was du beachten solltest

Viele Krankheiten, die in Österreich nur mehr selten bis gar nicht vorkommen, können in fernen Ländern weit verbreitet sein. Deshalb gibt es Reiseimpfungen, die vor gefährlichen Infektionskrankheiten schützen sollen. Welche Impfungen im konkreten Fall vorzunehmen sind, sollte etwa 4 bis 8 Wochen vor Reiseantritt geklärt werden. So hat der Körper genügend Zeit, den Wirkstoff zu verarbeiten und eine Immunität aufzubauen.

Wichtig bei der Impfprävention ist nicht nur das Reiseland, sondern auch andere Faktoren:

  • die aktuelle Häufigkeit, mit der eine Krankheit im Reisezielland auftritt
  • Reisedauer
  • Reisestil (Rucksacktour, All-inclusive,…)
  • Alter des Reisenden
  • Gegenanzeigen für Impfungen

Welche spezifischen Gesundheitsrisiken im Reisezielland genau zu beachten sind, kann in der jeweiligen Länderinformation des Außenministeriums in Erfahrung gebracht werden.

Impfungen vor Fernreisen

Reiseimpfungen werden generell in drei Kategorien unterteilt:

  • Routineimpfungen: diese werden entsprechend des österreichischen Impfplans unabhängig von einer Reise empfohlen
  • Vorgeschriebene Impfungen: das sind Impfungen, die vor der Einreise in ein Land erfolgen müssen. Dies wird von dem Land verpflichtend vorgeschrieben. Dazu zählt beispielsweise die Gelbfieberimpfung für Reisen nach West- und Zentralafrika.
  • Empfohlene Reiseimpfungen: Das sind Impfungen, die empfohlen werden, um sich vor Krankheiten, denen man sich auf einer Reise möglicherweise aussetzt, zu schützen

Welche Impfungen konkret für Erwachsene vor einer Reise ins Ausland empfohlen sind, hängt außerdem von speziellen Risikosituationen, eventuellen Grundkrankheiten, einer bestehenden Dauermedikation und der individuellen Impfvorgeschichte ab.


Impfungen, die im Rahmen einer internationalen Reise durchgeführt werden, sind in einen internationalen Impfpass einzutragen. Dieser dient der eigenen Übersicht über bereits erhaltene Impfungen, als Information für den Arzt und der Dokumentation im internationalen Reiseverkehr. Ein internationaler Impfpass wird der österreichischen Bevölkerung vom „Bundesministerium für Gesundheit und Frauen“ zur Verfügung gestellt und ist auch dort mittels Formular anzufordern.


Wenn sich ein Land vor Einschleppung oder Verbreitung einer Krankheit schützen will, wird eine entsprechende Impfung als Voraussetzung der Reiseerlaubnis vorgeschrieben. Dies ist zwar eher selten der Fall, kommt aber dennoch vor. Zwei vorgeschriebene Impfungen sind die Gelbfieber-Impfung und die Meningokokken Meningitis-Impfung für Saudi-Arabien.

Abdeckung der Kosten

Alle Kosten für Impfungen, die im Rahmen einer privaten Reise notwendig sind, werden vom Reisenden selbst getragen. Handelt es sich um eine Dienstreise, ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Kosten für etwaige Impfungen zu übernehmen.

Reiseimpfungen für Asien

Generell empfohlene Impfungen:

  • Diphtherie-Tetanus-Pertussis-Polio
  • Influenza (saisonal)
  • Masern-Mumps-Röteln (MMR)
  • Pneumokokken
  • Varizellen
  • Hepatitis A/B

Spezielle Reiseimpfungen:

  • Tollwut: Diese Impfung ist je nach Reisestil zu empfehlen (z.B. Campen und Radfahren)
  • Typhus
  • Meningokokken: für den Haddsch nach Saudi-Arabien
  • Poliomyelitis (kurz: Polio)
  • Cholera
  • Japan-Enzephalitis

Durch ein Impfprogramm konnte die Kinderlähmung (Polio) weltweit fast vollständig ausgerottet werden. Europa wurde 2002 von der WHO als poliofrei erklärt. Das gilt aber nicht uneingeschränkt für asiatische Länder. Da Polio sehr ansteckend ist, ist eine Auffrischungsimpfung vor einer Reise in diese Länder zu empfehlen.

Ein Malariarisiko besteht nur sehr eingeschränkt, und das ebenfalls regional und saisonal. Du solltest dich daher vor Reisebeginn diesbezüglich bei deinem Arzt informieren. Dennoch solltest du dich gewissenhaft vor Insektenstichen schützen. Empfohlen ist zusätzlich eine Notfallselbstmedikation bei Fieber über 38 Grad nach mehr als einer Woche Aufenthalt im Malariagebiet.

Reiseimpfungen für Australien und Ozeanien

Wenn du eine Reise nach Australien oder Ozeanien planst, solltest du folgende Impf- und Prophylaxeempfehlungen beachten:

Generell empfohlene Impfungen:

  • Diphtherie-Tetanus-Pertussis-Polio
  • Influenza (saisonal)
  • Masern-Mumps-Röteln (MMR)
  • Pneumokokken
  • Varizellen 
  • Hepatitis A/B

Spezielle Reiseimpfungen:

  • Japan-Enzephalitis (regional)
  • Tollwut: Diese Impfung ist je nach Reisestil (z.B. Campen und Radfahren) zu empfehlen
  • Typhus (regional)

Ein regional unterschiedliches Malariarisiko besteht nur auf den Salomonen, in Papua-Neuguinea und Vanuatu. Neben einem ausreichenden Schutz vor Insektenstichen, sind zusätzlich eine permanente Malariaprophylaxe sowie eine Notfallmedikation bei auftretendem Fieber über 38 Grad.

Reiseimpfungen für Afrika

Für Reisen nach Afrika werden folgende Impfungen und Prophylaxen empfohlen:

Generell empfohlene Impfungen:

  • Diphtherie-Tetanus-Pertussis-Polio
  • Influenza (saisonal)
  • Masern-Mumps-Röteln (MMR
  • Pneumokokken
  • Varizellen 
  • Hepatitis A/B

Spezielle Reiseimpfungen:

  • Tollwut: Diese Impfung ist je nach Reisestil zu empfehlen (z.B. insbesondere Campen und Radfahren)
  • Typhus
  • Poliomyelitis (kurz Polio)
  • Cholera
  • Gelbfieber
  • Meningokokken

Obwohl Malaria und Polio nur regional auftreten, sollte wegen der hohen Ansteckungsgefahr trotzdem ein ausreichender Schutz bestehen. Informiere dich diesbezüglich am besten bei deinem Arzt.

Allgemeine medizinische Reistipps

Zusätzlich zu einer aufrechten und ausreichenden Impfversorgung, sollten bei Fernreisen einige andere allgemeine Tipps beachtet werden. Darunter fallen Nahrungsmittelhygiene, Insektenschutz und Infos zu sexuell übertragbaren Krankheiten.

  • Nahrungsmittelhygiene: Vermeide in allen fernen Reisezielen das Trinken von Leitungswasser, ebenso Eiswürfel, Eiscremes, Salate, rohes Gemüse und Obst. Auch rohe Fisch und Fleischgerichte sollten weitestgehend vermieden werden. Der Grund, warum auf diese Nahrungsmittel verzichtet werden sollte ist, dass diese in tropischen Ländern oft hygienisch nicht einwandfrei sind und daher Überträger für Infektionskrankheiten sein können. Klares Wasser kann durch 10 minütiges abkochen; trübes Wasser durch Filtration und abkochen frei von Krankheitserregern gemacht werden. Alternativ kannst du auf Wasser aus Flaschen oder andere Getränke aus Flaschen mit unversehrtem Verschluss zurückgreifen.
  • Insektenschutz: Einige der gefährlichsten Infektionskrankheiten in den Tropen werden von Stechmücken und anderen Gliederfüßlern übertragen. In der Dämmerung haben besagte Tierchen ihre Hauptaktivität, deshalb solltest du dich in dieser Zeit mi langen Ärmeln und Hosen schützen. Ebenfalls empfehlenswert sind Mückenabwehrsprays oder –lotionen, die auf Kleidung und Haut aufgetragen werden. Beim Campen im Freien oder bei Safaris ist die Mitnahme eines Moskitonetzes sinnvoll.
  • Sexuell übertragbare Krankheiten: AIDS, Hepatitis B, Gonorrhoe und Lues sind Infektionskrankheiten, die (auch) durch Sexualkontakt übertragen werden. Ein Schutz vor diesen Erkrankungen obliegt allein dem Reisenden und sollte durch die Verwendung von Kondomen erfolgen. Beachte aber, dass du Kondome von zu Hause mitnimmst, da diese bestimmten Qualitätsstandards entsprechen. Im Reiseland gekaufte Produkte weisen oft mindere Qualität auf, daher ist auch kein lückenloser Schutz gewährleistet.

Reiseapotheke

Auf jede Reise sollte eine (zumindest kleine) Reiseapotheke mitgenommen werden. Diese sollte enthalten:

  • Mittel gegen Durchfall oder Verstopfung
  • Mittel gegen Reisekrankheit
  • fiebersenkende und schmerzlindernde Medikamente
  • ein leichtes Schlafmittel (besonders bei starken Zeitverschiebungen)
  • Salben zur Behandlung von Sonnenbrand, Hautausschlägen und Insektenstichen

Ein Antibiotikum muss nur dann eingepackt werden, wenn das Reiseziel fernab jeglicher medizinischen Versorgung liegt. Die Mitnahme von sterilem Einmalbesteck – also Spritzen und Nadeln – ist mit Vorsicht zu behandeln. Bei Grenzkontrollen, besonders in Länder die mit Drogenproblemen zu kämpfen haben, kann die Mitnahme eines solchen Einmalbestecks im Gepäck eine intensive und unangenehme Kontrolle nach sich ziehen. Außerdem ist derartiges medizinisches Gerät auch nur dann notwendig, wenn sich der Reisende in ein Gebiet begibt, das extrem schlecht medizinisch versorgt ist.

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