Fluggäste fordern geringere Wartezeiten

Schulter an Schulter mit dem Sitznachbarn, dabei kaum oder kostenpflichtiges Service: Kurzstreckenflüge haben im letzten Jahrzehnt immer mehr an Qualität verloren, und das nicht nur bei Billigfluganbietern. Das Hauptargument der Fluggesellschaften ist, dass Kunden niedrige Preise mehr Abstand zwischen den Sitzreihen vorziehen. Trotz allem ist sich der Flugsektor bewusst, dass bei Flugreisen und deren Abläufen Verbesserungspotenzial besteht.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer eines Kurzstreckenpassagiers ist am Boden tatsächlich länger, als dann der eigentliche Flug dauert. Denn dieser Aufenthalt reicht von der Warteschlange des Check-in Schalters über die Gepäckaufgabe bis hin zum Warten auf spärlichen Sitzgelegenheiten im Wartebereich am Gate.

Prognosen machen deutlich was Passagiere bereits erahnen können: die Zahl der abzufertigenden Fluggäste steigt weiter. In etwa 20 Jahren wird sich diese Anzahl verdoppeln. Was laut IATA (Dachverband der Fluggesellschaften) genauer ausgedrückt bedeutet, dass statt den vier Milliarden Menschen heuer, im Jahr 2036 bereits knapp acht Milliarden mit dem Flugzeug reisen werden.

Sicherheit vor Schnelligkeit

Sicherheit steht an erster Stelle, trotzdem müsse man das Nadelöhr der Sicherheitskontrollen bestmöglich entschärfen. „Nahtloses Reisen“ („seamless travel“) ist das Ziel, bei dem man mehr Menschen in kürzeren Zeitspannen bei gleichbleibender Sicherheit kontrolliert. Christian Altenhofen, der Sprecher der deutschen Bundespolizei am Frankfurter Flughafen fasst zusammen, dass es durchaus sinnvoll sei, „dort, wo es keiner Vernunft des Menschen bedarf“ auf Automatisierung zu setzen.
Die nervenaufreibendsten Situationen sind laut einer IATA Umfrage die strenger gewordenen Security-Checks. 60 Prozent fühlen sich in ihrer Privatsphäre verletzt, weil sie persönliche Gegenstände vorzeigen müssen. 52 Prozent finden das Auspacken von elektronischen Geräten wie Laptops und Tablets mühsam.

Sicherheitskontrollen: Zeitintensiv und nervig

Besonders auffällig dabei: 47 Prozent der befragten Personen geben an, dass die Sicherheitskontrollen je nach Abflughafen stark variieren. Die Stricknadeln die beispielsweise in Brüssel ohne Probleme mit an Bord dürfen, werden in Frankfurt vielleicht einkassiert. Obwohl die Liste der offiziell verbotenen Gegenstände relativ klar ist, sorgen unterschiedliche Auslegungen trotzdem für Verwirrung. Dennoch: die Zeiten in denen das Sicherheitspersonal den Fluggästen Flaschen im XL-Format abnehmen muss, sind vorbei. Nur wenige ungeübte Passagiere haben sich zehn Jahre nach der Einführung der neuen Regelungen nicht daran gewöhnt.
Obwohl die EU-Kommission bereits bei der Einführung der Flüssigkeitsbeschränkungen von deren baldiger Abschaffung sprach, wurde dies bis heute hinausgeschoben. Eine Lösung existiert schon längst: Laser erkennen die Zusammensetzung von Flüssigkeiten und Pulvern, die dann mit einer Datenbank abgeglichen werden. Die großflächige Umsetzung scheitert bisher aber an den Kosten.

„Nahtloses Reisen“ könnte sehr schnell real werden. Nackt- oder Körperscanner sind bereits auf vielen Airports in Betrieb, sind aber noch kein EU-Standard. Grenz- und Passkontrollen durch biometrische Gesichtserkennungssysteme werden bald der neue State of the art auf internationalen Flughäfen sein. Der Flughafen Wien-Schwechat geht mit seinen E-Gates ab Anfang Dezember in Vollbetrieb.

Fluggäste häufig die Leidtragenden falscher Entscheidungen

„Der Reisende ist das Opfer schlechter Entscheidungen bei der Flughafenplanung“, so das Statement des Geschäftsführers des Internationalen Airports in Dubai, Paul Griffiths. Dort ist geplant, ab Sommer 2018 Warteschlangen an Schaltern generell abzuschaffen. Auf Wegen, die die Passagiere ohnehin gehen müssen, sollen sie dabei „intelligente Tunnel“ passieren, anstatt vor Gates zu warten.
Kameras messen dort innerhalb weniger Sekunden die biometrischen Daten. Projizierte Bilder an den Tunnelwänden, wie etwa bunte Fische, lenken den Blick der Passagiere auf bestimmte Punkte, wodurch das System einen Netzhautscan durchführen kann. Datenschützer warnen jedoch: Reisedatenbanken könnten gegen Vorratsdatenspeicherungsrichtlinien verstoßen und das Risiko für Missbrauch bestünde immanent.

Warteschlangen an Serviceschaltern sehr unbeliebt

Die weltweite Befragung von über 10.000 Passagieren brachte das Ergebnis, dass diese besonders bei Kurzstreckenflügen gern noch unabhängiger von Serviceschaltern wären.
„Passagiere waren noch nie so mächtig wie heute. Selbstbedienungslösungen reichen von mobilem Check-in und mobiler Gepäcksaufgabe bis zur automatischen Grenzkontrolle“, merkt IATA-Direktor Pierre Charbonneau an.
Fluggäste wollen ihre Reise selbst unter Kontrolle haben und fordern einen einfachen Zugang zu Informationen mithilfe ihrer Mobilgeräte. Dies beinhaltet beispielsweise Echtzeitinformationen wie Wartezeiten oder Anschlussverbindungen am Handy abfragen zu können.

WLAN ein wichtiger Faktor für Passagiere

Auch im Flugzeug wollen die Fluggäste nicht auf WLAN verzichten: 62 Prozent wollen ihre E-Mails checken oder anderweitig in Kontakt mit der Erde bleiben. 73 Prozent möchten im Internet surfen. Den Fluggesellschaften kommt diese Entwicklung sehr gelegen, denn die Kunden sind bereit, für eine Internetverbindung auf ihren Mobilgeräten extra zu zahlen. Bei den Austrian Airlines sind das derzeit drei bis zwölf Euro, je nach gebuchten Package. Was sich laut Austrian nicht so schnell durchsetzen wird, ist das Telefonieren an Bord. Dies bleibe auch auf Kundenwunsch weiterhin nicht möglich.

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