Alles zum Thema Fliegen und Gesundheit

Das Wohl der Passagiere liegt allen Fluglinien am Herzen. Kein Wunder, möchte man doch keine Kunden verlieren und auch in der Luft keine unliebsamen oder gefährlichen Situationen erleben.
Fliegen birgt bei den meisten Erkrankungen keine besonderen Risiken. Dennoch gibt es bei bestimmten Leiden spezielle Dinge zu beachten. Die Grundregel lautet daher vor jedem Flug – im Zweifelsfall vorab den zuständigen Arzt konsultieren. Ergänzend dazu bieten die meisten Airlines auf ihren Websites spezielle Informationen rund um das Thema „Flug und Gesundheit“ an.

Spezielles Equipment für Kranke

Nicht jeder Fluggast begibt sich putzmunter in das Flugzeug. Viele Passagiere leiden unter längeren Vorerkrankungen, die spezielle Bedürfnisse mit sich bringen. Oftmals sorgt aber auch eine plötzliche Verletzung wie ein gebrochenes Bein mit Gipsverband für kurzfristige Probleme.
Du willst mehr wissen? Bei uns erfährst du die wichtigsten Dinge rund um das Thema Fliegen und Gesundheit.

Medikamente im Handgepäck

  • Verschreibungspflichtige Medikamente dürfen im Handgepäck mitgeführt werden - egal ob es sich um flüssige oder feste Arzneimittel handelt. Du solltest aber unbedingt eine Bescheinigung mitnehmen, die die Verschreibung der mitgeführten Medikamente und die Notwendigkeit der Mitnahme durch deinen Hausarzt bestätigt.
  • Nicht verschreibungspflichtige Medikamente wie z.B. Voltaren, Aspirin oder Ibuprofen können ohne Probleme im Handgepäck verstaut werden. Kopfschmerzen in der Luft sind bei empfindlichen Passagieren keine Seltenheit. Sie entstehen meist durch den Druckunterschied. Gehörst du zu den eher empfindlichen Fluggästen, ist ein Aspirin oder ähnliches im Handgepäck keine schlechte Idee.

Spritzen an Bord

Spritzen stehen auf der Liste der „Gefährlichen Gegenstände“ und dürfen im Normalfall nicht in die Kabine mitgenommen werden. Diabetiker, Allergiker oder Menschen, bei denen ein verstärktes Thromboserisiko besteht, sind aber im Akutfall auf Medikamente angewiesen, die mittels Spritze verabreicht werden. Musst du aus gesundheitlichen Gründen eine Spritze mitführen, gilt das Gleiche, wie bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten im Handgepäck – nimm eine Bescheinigung deines Hausarztes mit.

Thromboserisiko

Flugreisende mit einem bestehenden Thromboserisiko sollten sich für einen Langstreckenflug (ab ca. drei Stunden Flugzeit) individuell angepasste Kompressionsstrümpfe besorgen. Es ist zudem ratsam, wenn sich diese Passagiere vor dem Abflug zeitgerecht bei ihrem Hausarzt über medizinische Präventionsmöglichkeiten beraten lassen. Ein einfaches, wenn auch manchmal lästiges Mittel ist es, während des Fluges am Mittelgang auf und ab zu gehen, damit die Durchblutung in den Beinen aktiviert wird.

Tipp: eine einfache Übung, die du im Sitzen machen kannst, und die gut gegen Thrombosen in den Beinen hilft ist die „Venenpumpe“. Dabei spannt man abwechselnd die hintere und vordere Wadenmuskulatur an. Durch diese bewusste Aktivierung der Wadenmuskulatur soll verhindert werden, dass sich Blut in den Venen der Unterschenkel verklebt und sich gefährliche Blutgerinnsel bilden.

Herzerkrankungen

Flugreisen stellen wegen des geringen Kabinendrucks und der darauf zurückzuführenden, niedrigen Sauerstoffkonzentration im Blut eine erhöhte Belastung für den Körper dar.
Der Grund dafür: Das Herz sieht sich dazu veranlasst, den Sauerstoffmangel durch eine erhöhte Schlagfrequenz zu kompensieren. Belastend sind auch die Druckveränderungen speziell beim Start und bei der Landung.
Menschen ohne Herzprobleme haben mit dem niedrigeren Druck im Normalfall kein Problem. Anders jedoch Passagiere die an Herzerkrankungen leiden. Aus diesem Grund sollten solche Menschen nur dann Flugreisen absolvieren, wenn sie sich in einem körperlich guten Zustand befinden und die Reise vorab mit dem Arzt besprochen wurde. Empfehlenswert ist es (ohne gleich schwarzmalen zu wollen) auch für den Ernstfall gerüstet zu sein. Das bedeutet, dass Reiseziele mit guter medizinischer Notversorgung vorgezogen werden sollten. Patienten mit einem Herzschrittmacher sollten zudem nicht auf den dazugehörigen Herzschrittmacher-Ausweis vergessen (z.B. falls es Probleme beim Check –In gibt).

Sollte es trotz guter Reisevorbereitungen während des Fluges zu Herzproblemen kommen, sind die meisten Airlines gut darauf eingerichtet. Das Kabinenpersonal ist in Erster Hilfe ausgebildet und auch die Passagierflugzeuge sind generell gut für medizinische Notfälle ausgestattet. So gehört z.B. bei zahlreichen Airlines ein Defibrillator zur Standardausstattung an Bord. Zu empfehlen ist es auch, wenn du sicherstellst, dass die Verfügbarkeit eventuell benötigter Hilfsmittel, wie medizinischer Sauerstoff (kann bei vielen Airlines im Vorfeld beantragt werden) gewährleistet ist.

Bei folgenden (Herz-)Krankheiten solltest du generell besser auf eine Flugreise verzichten:

  • Dauerhaften Atemproblemen
  • Instabiler Angina Pectoris
  • Schweren Herzfehlern
  • Herzrhythmusstörungen unkontrollierter Art

Tipp: Die Deutsche Herzstiftung in Frankfurt a. M. bietet Menschen mit Herzproblemen ein Reise-Set zur kostenfreien Bestellung an. Das Set ermöglicht es, im Ernstfall schnell auf wichtige Informationen zugreifen zu können. Es beinhaltet Reisetipps bzw. eine Checkliste für die Reisevorbereitung, einen Notfallausweis für Menschen mit Herzproblemen sowie einen medizinischen Sprachführer, der bei einem Herznotfall im Ausland wertvolle Dienste leisten kann. Das Reise-Set kannst du über die Website www.herzstiftung.de/sicher-reisen bestellen.

Fliegen mit einem Gips

Unbequem, ärgerlich, aber leider nicht immer zu vermeiden. Unfälle mit Knochenfrakturen passieren meist dann, wenn man sie am wenigsten brauchen kann. Dennoch heißt es nicht, dass man den gebuchten Flug canceln muss, nur weil man einen Gipsverband verpasst bekommen hat. Es gelten jedoch einige Grundregeln, die du beachten solltest:

  • Längere Flugreisen sollten frühestens 48 Stunden nach einer Fraktur erfolgen.
  • 24 Stunden bis 48 Stunden nach einer Fraktur solltest du nur Flüge mit einer Dauer von maximal zwei Stunden absolvieren. In diesem Fall gilt noch zu beachten: viele Airlines bestehen auf einer medizinisch korrekt ausgeführte, kurz vor dem Abflug erfolgten Längsspaltung des Gipses, wenn dieser nicht älter als 48 Stunden ist. Der Grund dafür ist, dass der niedrige Luftdruck unterwegs dazu führen kann, dass sich frische Wunden ausdehnen. Dadurch können Gewebsschädigungen aber auch Durchblutungsstörungen verursacht werden.
  • Passagiere mit Gipsbein müssen damit rechnen, zusätzlich zum gebuchten Platz noch zwei weitere Sitzplätze buchen zu müssen. Somit wird gewährleistet, dass der Gipsfuß während des Fluges abgelegt und ausgestreckt werden kann. Das Ausstrecken des Gipsbeines ist am Mittelgang nicht erlaubt.
  • Passagieren mit Gipsbein ist es gestattet eine Krücke bzw. Gehhilfe mit an Bord zu nehmen.
  • Beim Check-In mit Gips fordern einige Fluglinien ein „Fit to fly-Attest“ ein. Dieses muss vom behandelnden Arzt des Passagiers oder dem Mediziner der Airline ausgestellt sein und soll die Flugtauglichkeit des Gastes bestätigen.
  • Manche Fluglinien nehmen Passagiere mit Gips nur dann mit an Bord, wenn diese vorab eine Bestätigung unterzeichnen, sich über die Risiken eines Fluges mit Gips (z.B. erhöhtes Thromboserisiko) im Klaren zu sein.

Künstliche Gelenke oder Metall im Körper

Reisende mit Implantaten aus Metall, die auf Sicherheitskontrollen entsprechend vorbereitet sind, können bequem und ohne Angst vor unerwarteten Kontrollen einchecken. Es ist aber damit zu rechnen, dass die Metalldetektoren bei der Sicherheitskontrolle beim Kontakt mit Metall ein Warnsignal abgeben. Reisende mit künstlichen Gelenken, aber auch solche, die Platten, Schrauben oder Drähte im Körper haben, werden daher fast immer die Aufmerksamkeit der Beamten auf sich ziehen. Um lästigen Fragen aus dem Weg zu gehen, solltest du einen Implantat- bzw. Prothesenpass mitnehmen. Dieser enthält nicht nur Informationen zum implantierten Fremdkörper, sondern auch zu seinem Träger. Existiert kein solcher Pass, kannst du auch Röntgenbilder als „Beweismittel“ mitnehmen.

Tipp: Auch ein Herzschrittmacher enthält Komponenten aus Metall. Es gilt zu beachten, dass diese Hightech-Geräte durch einen Metalldetektor gestört werden können und es zu gesundheitlichen Problemen kommen kann.

Beruhigend zu wissen: Einige Fluglinien haben ein spezielles Programm für Ärzte (Doc on Board). Im Rahmen dieses Programms wird die Fachrichtung des Arztes gespeichert und er erhält für seine Registrierung mehrere Benefits (z.B. Bonusmeilen, Rabatte bei der nächsten Buchung …). Ärzte können sich vor dem Abflug auf einer Website registrieren lassen. Dadurch weiß der Fluganbieter nicht nur, ob ein Arzt in der Kabine ist, sondern auch, auf welchem Sitzplatz er bei Bedarf rasch gefunden werden kann.
Fluglinien, die nicht über ein solches System verfügen, erfragen meist mittels Durchsagen in der Kabine, ob sich ein Arzt unter den Fluggästen befindet.

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