Mythen rund ums Fliegen

Die Klimaanlage an Bord eines Flugzeuges verbreitet Keime, der Sauerstoffgehalt in der Kabine wird reduziert um die Passagiere ruhig zu stellen, Mobiltelefone stören die Bordelektronik - diese und noch ganz andere Mythen ranken sich um das Thema fliegen. Wir haben recherchiert und ein paar dieser doch sehr kuriosen Behauptungen aufgeklärt.

Klimaanlage an Bord – eine Keimschleuder

Dieses Gerücht stimmt so nicht. Die heute eingesetzten Klimaanlagen in Flugzeugen sind so konstruiert, dass sie die Luft effektiv von Bakterien und Keimen befreien und bis zu 60% erneuern. Alle drei Minuten wird so die gesamte Luft in der Flugzeugkabine ausgetauscht – damit ist die Luft im Flugzeug laut wissenschaftlichen Analysen besser, als in manchen Wohn- und Arbeitsräumen. Die Kabinenluft besteht zur Hälfte aus Außenluft, welche mit einer Temperatur von -50 Grad angesaugt wird. Krankheitserreger und Keime überleben diese Temperaturen kaum. Die andere Hälfte ist bestehende und gefilterte Kabinenluft.
So wird sichergestellt, dass die Klimaanlage an Bord eben keine Keimschleuder wird.

Co-Pilot und Pilot essen unterschiedliche Speisen

Das ist zwar keine offizielle Regelung, dennoch wird es von vielen Airlines empfohlen. Oder es wird empfohlen, dass Pilot und Co-Pilot zu unterschiedlichen Zeiten essen. Grund dafür ist, zu vermeiden, dass beide gleichzeitig eine Lebensmittelvergiftung oder sonstige sensible Reaktion auf ein Gericht haben und zumindest einer der beiden einsatzfähig bleibt.

Das Bermudadreieck wird von Piloten gemieden

Dieser Mythos stammt aus früheren Zeiten, in denen viele Schiffe und Flugzeuge in diesem besagten Gebiet verschwanden. Die Erklärungsversuche dafür waren mehr als phantasievoll, war doch sogar von Entführungen durch Außerirdische die Rede. Doch mittlerweile gilt das Bermudadreieck, welches in der nördlichen Karibik liegt, längst als ungefährlich und wird daher von allen Piloten einfach überflogen.

Flüge von Westen nach Osten ermöglichen höhere Geschwindigkeiten

Das stimmt! Und zwar wegen der sogenannten Jet Streams. Diese extrem starken Höhenwinde, die mit bis zu 500 km/h um unseren Planeten jagen, erlauben es Flugzeugen, die in dieselbe Richtung unterwegs sind, schneller zu fliegen. Flieger, die in die entgegen gesetzte Richtung unterwegs sind, werden hingegen ausgebremst.

Flugrouten von Ost nach West verursachen weniger Jetlag

Das ist ebenfalls richtig, weil bei Reisen nach Westen unser Tag länger wird. Das heißt wir gewinnen etwas Zeit und unsere innere Uhr muss einfach nur ein wenig gemütlicher ticken. In die Gegenrichtung, von Westen nach Osten hingegen verlieren wir Zeit. Die innere Uhr muss sich also zurückstellen, was den meisten von uns schwerer fällt.
Generell gilt aber, dass es auch vom Schlaftyp abhängt, wie gut jemand die Zeitumstellung verkraftet. Nachteulen haben es mit Reisen nach Westen leichter, Frühaufsteher mit den Reisen in den Osten.

Mobiltelefone stören die Bordelektronik

Dieser Mythos besteht schon viele Jahre, hat aber längst seine Berechtigung verloren. Denn mittlerweile weiß man, dass Smartphones und Co. keinen Einfluss auf die Elektronik an Bord haben. Seit Mitte 2014 ist die Handynutzung auch offiziell von der IATA erlaubt. Telefonieren ist aber nach wie vor verboten, jedoch aus einem anderen Grund – nämlich um die Nerven der anderen Fluggäste zu schonen.

Der Körper verliert so viel Wasser wie beim Joggen

Während eines dreistündigen Fluges verliert der Körper bis zu 1,5 L Wasser. Das entspricht der Menge, die man beim Joggen ausschwitzen würde. Doch im Flugzeug verliert der Körper Wasser über die Haut und die Atmung. Bei heißem, trockenem Wetter noch mehr als an kühlen Tagen. Daher ist viel Wasser zu trinken auf Flügen besonders wichtig.

Das Flugzeug ist das sicherste Transportmittel der Welt

Das stimmt nicht so ganz. Das Flugzeug steht auf der Liste der sicheren Transportmittel zwar ganz oben, aber noch sicherer bist du mit einem Fahrstuhl unterwegs. Nur leider kommst du damit nicht allzu weit ;)

Passagiere werden durch ein beschädigtes Fenster hinausgesaugt

Der Klassiker unter den Flugmythen. Doch wir können dich beruhigen, das kann dir auf keinen Fall passieren. Die Fenster im Passagierbereich sind mehrfach verglast und außerdem sind sie viel zu klein. Im Cockpit hingegen gab es 1990 einen Zwischenfall, bei dem der Pilot beinahe aufgrund eines plötzlichen Druckabfalls aus einem kaputten Fenster gesaugt worden wäre. Der Copilot und ein Flugbegleiter konnten ihn aber retten.

Der Sauerstoffgehalt an Bord

…wird entgegen vieler Gerüchte nicht reduziert, um die Passagiere ruhig zu stellen. Denn das könnte im schlimmsten Fall sogar die Gesundheit einiger Passagiere gefährden. Der Luftdruck im Flugzeug ist dem am Gipfel eines 2.500 m hohen Berges gleichzusetzen. Eine zusätzliche Reduktion des Sauerstoffes wäre also sehr leichtsinnig. Deshalb wird stattdessen sogar zusätzlich Sauerstoff zugeführt, um den Fluggästen das bestmögliche Raumklima zu bieten.

Die kuriosen Mythen über die Flugzeugtoiletten

Zu diesem Thema gibt es viele Gerüchte. Die Entleerung der Flugzeugtoilette während des Fluges ist eines davon. Dieses stimmt aber nicht. Der Unrat wird in Tanks an Bord gesammelt und nach der Landung entleert. In wenigen Fällen gelangen aber kleine Flüssigkeitsmengen aufgrund poröser Dichtungen nach außen und frieren dort sofort fest. Wegen des Desinfektionsmittels haben diese Eisklumpen eine blaue Farbe und werden deshalb auch Blue Ice genannt. Wenn sich das Flugzeug im Landeanflug befindet, lösen sich diese Klumpen und fallen schließlich ab.
Ein weiterer kurioser Mythos ist, dass Passagiere auf der Flugzeugtoilette festgesaugt werden können. Wenn ja, dann nur, wenn man während des Spülgangs noch auf der Toilette sitzt – und wer tut das schon? Trotzdem dementieren Airlines, dass es überhaupt möglich ist. Fakt ist aber, dass vor etwa 10 Jahren genau dies einer Frau bei einem Transatlantikflug passiert ist. Sie musste während des gesamten Fluges am stillen Örtchen sitzen bleiben und konnte erst bei der Landung befreit werden.

Fluglinien vergeben mehr Tickets als Sitzplätze vorhanden sind

Es ist bei Airlines gängig, dass mehr Tickets verkauft werden, als Sitzplätze im Flugzeug vorhanden sind. Der Grund dafür ist, dass Fluglinien damit verhindern wollen, dass Kapazitäten an Bord durch nicht erscheinende Passagiere frei bleiben und sie so einen Umsatzentgang haben. In welchem Ausmaß ein Flug dann tatsächlich überbucht wird, hängt von den Wochentagen, den Ferienzeiten aber auch vom Land ab. Japanische Passagiere gelten als sehr zuverlässig, daher werden diese Flüge kaum überbucht. Indische Airlines hingegen verkaufen bis zu 10% mehr Tickets als Sitzplätze vorhanden sind.

Pfundige Fluggäste und Flugbegleiter

Besonders Flugbegleiter asiatischer Airlines sind gefordert, auf ihr Gewicht zu achten. Weichen sie vom Gardemaß ab, werden sie zuerst auf schlechter bezahlte Flüge und schließlich zum Bodenpersonal versetzt.
Auch korpulentere Passagiere müssen manchmal mit einer Sonderbehandlung rechnen. Bei Southwest-Airlines werden sie zum Beispiel aufgefordert, einen zweiten Sitzplatz zu bezahlen oder werden generell vom Flug ausgeschlossen. Europäische Fluglinien sind dagegen (noch) sehr vorsichtig mit derlei Aktionen.

Keine Fallschirme an Bord

Viele Passagiere fragen sich, warum es in Flugzeugen eigentlich keine Fallschirme für den Notfall gibt. Naja, das ist eigentlich sehr einfach beantwortet: zum einen könnte der Großteil der Passagiere einen Fallschirm ohnehin nicht korrekt bedienen. Zum anderen verhindert der Überdruck in der Höhe von 10.000 m, dass die Flugzeugtüren geöffnet werden können. Und auch falls das trotzdem gelingen sollte: in dieser Flughöhe herrschen -50 Grad. Ein Fallschirm wäre also in jedem Fall sinnlos.

Wird vor der Landung extra Kerosin abgelassen?

Normalerweise nicht, denn das sogenannte Fuel Dumping kommt nur in Notfällen zum Einsatz, um die Brandgefahr zu minimieren. Genauer gesagt wird das bei einem von 30.000 Flügen gemacht.

Absturz wegen Blitzschlag oder Motorenausfall

Flugzeuge werden gar nicht so selten von Blitzen getroffen. Im Durchschnitt jede Maschine sogar einmal im Jahr. Doch das ist kein Grund zur Sorge, denn genau wie Autos sind Flugzeuge nicht geerdet. Werden sie also vom Blitz getroffen, tritt dieser einfach wieder aus, ohne Schaden zu verursachen.
Auch wenn die Motoren eines Flugzeuges ausfallen, ist dies kein Grund für einen Absturz. Flugzeuge sind so konstruiert, dass sie auch ohne Antrieb sehr lange dahingleiten. Ein Airbus A380 kann beispielsweise bei einem Triebwerkausfall ungefähr 250 km dahingleiten. Diese Tatsache wird auch bei der Berechnung der sichersten Flugroute miteinbezogen.

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Fliegen bei Gewitter, Turbulenzen und Co.

Fliegen bei einem Gewitter ist sicherlich ein besonderer Nervenkitzel. Heftiger Regen, starke Windböen, Hagel sowie Blitz und Donner können Passagiere durchaus in Angst und Schrecken versetzen. Aber ist diese Angst begründet?

Mythos Bermudadreieck

Um das Bermudadreieck ranken sich viele Mythen und Geschichten, die durch zahlreiche Flugzeug- und Schiffsunglücke entstanden. Wo liegt das Bermuda Dreieck überhaupt und was hat sich dort an außergewöhnlichen Unglücken ereignet?