Flugverspätung – kein Recht auf Entschädigungen unter außergewöhnlichen Umständen

Dein Flug ist verspätet? Besonders ärgerlich ist das natürlich dann, wenn wichtige Termine anstehen, eine anschließende Reise nicht zeitgerecht angetreten werden kann oder weitere Anschlussflüge deswegen verpasst werden. Wie zu fast allem, gibt es in der EU auch eine Bestimmung (261/2004 - http://eur-lex.europa.eu/resource.html?uri=cellar:439cd3a7-fd3c-4da7-8bf4-b0f60600c1d6.0002.02/DOC_1&format=PDF ), die regelt, wer ab wann und unter welchen Umständen ein Recht auf Kompensation hat.

Grundsätzlich gilt diese Verordnung nur:
- Wenn dein Flug in einem EU-Mitgliedsland gestartet ist.
- Wenn dein Flug zwar außerhalb der EU begonnen hat, die Landung jedoch innerhalb der Europäischen Union erfolgt und dein Flug von einer Fluggesellschaft mit Sitz in der EU durchgeführt wird.

Diese Voraussetzungen alleine reichen jedoch nicht aus, um dir zu einer Entschädigungszahlung zu verhelfen. Es gibt nämlich bestimmte Umstände, unter denen Fluglinien von Ausgleichszahlungen ausgenommen sind. Dies ist dann der Fall, wenn die Airline nicht für die Verspätung zur Verantwortung gezogen werden kann. Gründe dafür gibt es mehrere. Einer von ihnen ist eine Naturkatastrophe. Dennoch gilt auch eine Naturkatastrophe nicht als universelle Ausrede für Airlines. Bahnt sich eine Naturkatastrophe an, die Auswirkungen auf den Flugverkehr hat, muss die Fluglinie nämlich beweisen können, alle in Frage kommenden Maßnahmen getroffen zu haben, um eine Verspätung zu verhindern.

Beispiele von Flugverspätungen auf Grund von Naturkatastrophen:

Vulkanausbruch
Eines der wohl medienwirksamsten und bekanntesten Beispiele für eine Naturkatastrophe mit großem Einfluss auf den Flugverkehr war sicherlich der Ausbruch des Eyjafjallajökull. Der isländische Vulkan sorgte 2010 mit einer riesigen Aschewolke dafür, dass zahlreiche Fluggäste ungewollt am Boden blieben. Fast einen Tag lang, wurde ein Viertel der europäischen Flüge durch die Flughafensicherheitsbehörde abgesagt.

Wirbelsturm / Hurrikane
Zahlreiche Beispiele für Flugverspätungen sind Folge von Stürmen bzw. einem Hurrikan. Ein prominentes Beispiel aus dem Vorjahr war Hurrikan Katrina. Im August 2017 erreichte der bislang teuerste Tropensturm, den Amerika je erlebt hat, die Vereinigten Staaten. Wikipedia berichtet von 1.836 Toten und Schäden in der Höhe von 125 Milliarden Euro https://de.wikipedia.org/wiki/Hurrikan_Katrina. Natürlich fielen der Naturkatastrophe auch zahlreiche Flüge zum Opfer. Flugverspätungen standen auf der Tagesordnung. Anrecht auf eine Entschädigungszahlung gab es nur in vereinzelten Fällen. Und zwar dann, wenn nachgewiesen werden konnte, dass die Fluglinie durch Umorganisieren in der Lage gewesen wäre, einen zeitgerechten Abflug durchzuführen. In erster Instanz wurden entsprechende Forderungen abgelehnt. Dank der Hilfe von Flugrechtsspezialisten konnten in weiterer Folge aber dennoch Entschädigungszahlungen erwirkt werden.

Tsunami
Ebenfalls 2017 wurde aufgrund eines Seebebens der Stärke 6,5 bis 6,7 und eines darauf folgenden Tsunamis der Flughafen von Kos kurzfristig gesperrt. Die daraus resultierenden Flugverspätungen waren beträchtlich.

Zu den weitere Naturkatastrophen zählen u.a.: dichter Nebel, Sturmfluten, Erdbeben, …
Schlechtes Wetter gilt NICHT als Naturkatastrophe!

Was dir im Fall einer Flugverspätung trotz Naturkatastrophe zusteht

Kaum eine Firma zahlt gerne Strafen. Aus diesem Grund werden oftmals Naturkatastrophen von den Fluglinien als Ausrede benutzt, um sich vor möglichen Zahlungsforderungen / Kompensationsleistungen zu schützen. Es lohnt sich daher auf jedem Fall bei einer längeren Verspätung die rechtliche Hilfe von Experten anzunehmen, die dich darüber informieren, ob dir eine finanzielle Ausgleichszahlung zusteht.

  • Alternative Beförderung: Generell gilt, dass dir bei außergewöhnlichen Umständen wie einer Naturkatastrophe zwar nicht immer eine Entschädigungszahlung zusteht. Du hast aber bei einer Wartedauer von über fünf Stunden ein Recht auf alternative Beförderung.
  • Versorgungs- und Betreuungsleistungen: Die Airlines sind dazu verpflichtet, dir als Wartendem auch bei außergewöhnlichen Umständen diverse Versorgungs- und Betreuungsleistungen anzubieten. Dies gilt bei Flügen bis 1.500 Kilometern schon ab einer Verspätung von 2 Stunden. Bei einer Flugstrecke von 1.500 – 3.500 Kilometern ab einer Wartezeit von drei Stunden. Passagiere mit Flügen ab 3.500 Kilometern müssen mindestens 4 Stunden Wartezeit in Kauf nehmen, um in den Genuss von Kompensationsleistungen zu kommen. Diese umfassen Getränke, Essen, kostenfreies Telefonieren bzw. kostenfreien Internetzugang. Bei einer Wartedauer über Nacht zählt dazu auch die Unterbringung in einem adäquaten Hotel.

Tipp: Werden dir von deiner Fluglinie keine solchen Leistungen angeboten, dann solltest du alle Rechnungen für entsprechende Leistungen, die du selbst bezahlt hast, aufheben. Sie können nachträglich bei der Fluglinie im Rahmen einer Entschädigungsforderung geltend gemacht werden.

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